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kelten römer museum manching  |  E-Mail: info@museum-manching.de  |  Online: http://www.museum-manching.de

Von Dr. Matthias Leicht (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Ingolstadt)

Keltischer Goldschatz - Fundbergung

Am 26. August 1999 wurden vom Berichterstatter bei der routinemäßigen Begehung des frisch abgezogenen Baggerplanums im Bereich des Schnittes 1480 (ca. 10 m südlich der Bahnhofstraße) einige pfostenartige Verfärbungen erkannt. Das Gelände stieg hier sanft an; dadurch konnte die beim Spargelanbau eingesetzte Pflugfräse nicht in demselben Ausmaß die Befunde zerstören, wie dies in den angrenzenden Schnitten und im weiteren Umfeld erfolgt war.

 

Eine dieser Verfärbungen, ca. 70 cm im Durchmesser und von oval-rundlicher Form, zeigte im Baggerplanum einen schmalen gelblichen Gegenstand, der sich bei näherer Begutachtung als eine Goldmünze entpuppte. Durch den Einsatz eines Metalldetektors konnte festgestellt werden, dass mit weiteren Münzfunden in der Verfüllung des Befundes, wie auch im urmittelbar angrenzenden Abraum, gerechnet werden musste.

 

Der Befund wurde digital eingemessen, geschnitten und das Profil zeichnerisch und photographisch dokumentiert. Währenddessen wurde eine große Anzahl von Goldmünzen aus dem Abraum geborgen. Die Grabungsmannschaft hatte zu diesem Zeitpunkt das Grabungsareal schon verlassen, die Bergung wurde vom Berichterstatter und seiner Kollegin G. Rahmen durchgeführt. Neben den Münzen fanden sich des weiteren ein Goldgusskuchen sowie drei bronzene Ringe.

 

Die Goldmünzen lagen nicht nur in der dunkleren Kernverfärbung, sondern auch in der helleren Grubenverfüllung. Sie streuten relativ gleichmäßig über die gesamte Tiefe, von regelrechten Ballungen kann nicht gesprochen werden. Nur auf den letzten 10 Zentimetern hin zur Sohle setzten die Funde aus. Zwar wurden noch zwei Keramikfragmente und einige wenige Tierknochen aufgesammelt, es fanden sich aber keinerlei Hinweise auf ein keramisches Behältnis, so dass davon ausgegangen werden muss, dass die Münzen in einem Leder- bzw. Stoffbeutel vergraben worden waren.

 

Trotz der fortgeschrittenen Zeit und den schlechter werdenden Lichtverhältnissen war klar, dass der Befund vollständig zu sichern war, um einer Beraubung und Zerstörung durch Sondengänger zuvorzukommen. Auch die umliegenden Befunde wurden mit der Sonde begangen, dabei wurden aber keine Anzeigen mehr festgestellt.

 

Nachdem davon ausgegangen werden konnte, dass keine weiteren Funde mehr zu bergen waren, wurde die Aktion um 20 Uhr beendet. Eine erste Zählung erbrachte neben dem größeren Gusskuchen und den Bronzeringen 438 Münzen, die am gleichen Abend in die Forschungsstelle der Römisch-Germanischen Kommission nach Ingolstadt verbracht wurden. Eine Nachuntersuchung am folgenden Tag, bei der das gesamte Sediment noch einmal untersucht wurde, erhöhte die Anzahl um weitere 13 Stück auf insgesamt 451.

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